Tuesday, October 8, 2013

Tag #8: Was ist das verrückteste was Dir beim Rollenspiel passiert ist (Ingame)?

Mit einer beinahe 24-jährigen Rollenspielkarriere noch ein Ereignis zu finden, dass an Verrücktheit andere Ereignisse überbietet, ist eine harte Nuss. Aber es gibt tatsächlich ein Ereignis, das raussticht und mich bis heute amüsiert:

Damals bei Earthdawn: mein T'Skrang Nethermancer hatte gar nicht so viel über den T'Skrang Schwertmeister und Cousin (ein anderer SC) gelästert, aber der Schwertmeister hatte wohl genug. Er forderte meinen Nethermancer zu einem Duell auf Leben und Tod. Er war sich ganz sicher, dass er es gewinnen würde und ich einen neuen Charakter brauchen würde. Und dann würfelten wir Initiative. Mein Nethermancer war schneller. Und dann zauberte ich die Geisterhand (oder so ähnlich) und würfelte Schaden: W8 + W12. Erst fielen eine 8 und eine 12, dann fiel eine 8 und eine 12, dann ließ mich der W8 mit einer 6 im Stich, aber der W12 würfelte noch tapfer eine weitere 12 und dann eine 7. 65 Schadenspunkte. Der Spieler des Schwertmeisters schaute sich seine Lebenspunkte an und musste erkennen, das sein Charakter tot war, ohne einen einzigen Schlag geführt zu haben. Da der Spieler offensichtlich versucht hatte, bei der offenen Runde im Wolkerweg, seine persönliche Fehde mit mir im Spiel auszuleben, erfüllte mich der Wurf mit großer Genugtuung.

Und so lernte ich, den W12 zu lieben. Die beiden Würfel habe ich (glaube ich/hoffe ich) irgendwo immer noch. Es waren der erste W12 (blau) und der erste W8 (rot), die ich mir Ende der 80er Jahre noch vom Taschengeld gekauft hatte. In Stuttgart, im Obletter. Der einzigen Quellen für seltsame Würfel, die ich damals kannte.

Ein Nachtrag: Das verrückteste Ereignis habe ich tatsächlich verdrängt. Dabei war der wtf Effekt der Spieler dabei einfach wunderbar. Dresden Files im Magischen München: Zwei SC hatten ein Nonnen-Kloster infiltiert, weil sie von satanistischen Umtrieben dort erfahren hatten. Die SC waren eine Sorceress (Uneheliche Pfarrerstochter) und ein Changeling (Goblin). Jedenfalls bewahrheiteten sich die Gerüchte. Die Äbtissin war wohl eine "ältere" Sorceress, die versucht hat, die Äußeren Tore zu öffnen. Jene Tore, die der Gatekeeper unbedingt geschlossen halten möchte... Dazu möchte sie ihre 12 jungfräulichen Nonnen opfern. Die Sorceress schafft es mit Müh und Not die 12. Jungfrau davon abzuhalten, der Äbtissin in den Keller zum Ritual zu folgen. Sie wehrt dabei drei Red Court Vampire ab. Eine wahrhaft epische Schlacht in der Klosterkirche. Der Goblin versucht derweil das Ritual zu stören, dass ein Loch in die Mauer reißen soll und Outsider hinein lassen wird. Das Ritual ist in vollem Gange und und die Äbtissin öffnet das Tor zwischen den Welten. Mit dem Tod jeder Jungfrauen stabilisiert sich das Tor mehr und mehr. Der Goblin stürzt sich auf die Äbtissin, wirft sie über seine Schulter in das entstehende Tor, um das Ritual zu unterbrechen. Ein Erdbeben geht durch das Kloster und das Tor beginnt sich ganz zu öffnen. Der Spieler des Goblins schaut mich sprachlos an... Ich sage: Das war wohl die zwölfte Jungfrau. Der Spieler des Goblins: "Wer kann denn ahnen, dass die Äbtissin nach 100 Jahren immer noch eine Jungfrau ist!"...

No comments:

Post a Comment